Immer wenn es schneit

 

 

 

 

 

Müde ist sie. Zitterkalt ist ihr.

 

Doch erschöpft schafft sie es sich in ihre Wohnung zu schleppen. Es schneit und die Nase brennt. Im Nu vergehen Erschöpfung und Müdigkeit. Sie hüpft, sie springt, sie lacht, sie weint.

 

Es ist immer so wenn der Schnee fällt,es ist immer das selbe wenn der Schnee fällt.

 

 

 

Zwei Wochen, drei Wochen, eine Ewigkeit. Zitterkalt, todmüde, halb depressiv und doch vom Glück besessen . Endlich war es vorbei. Zwei Jahre hatte es gedauert, zwei ganze Jahre doch nun hatte sie es endlich geschafft. Morgens ging sie zur Arbeit, abends kam sie Heim. Den Kontakt zur Familie hatte sie wiederhergestellt, neue Freunde getroffen hatte sie und dennoch fehlte etwas. Alles war grau und leer statt farbenfroh und erfüllend.

 

In der Hoffnung es bunt zu machen versuchte sie die Pappe, doch es war ihr zu bunt und sie wusste nicht was sie störte, doch etwas störte sie.

 

Mary Jane brachte ihr keine Ruhe ein, nur Paranoia und Furcht.

 

Kristalle fürchtete sie zu sehr.

 

Poppy war ihr zu spannungslos und der Abgrund der sich damit auftat zu groß. Der edle Tropfen brachte nur Kummer, vom Tag danach ganz zu schweigen!

 

Die Grüne Fee flog so schnell die Kehle runter, dass sie dort ein schmerzendes Feuer hinterließ.

 

In ihrer Jugend war Molly eine gute Freundin gewesen, doch heute wäre es zu viel. Und trotzdem die Liebe war noch da. Zwei Mal, drei Mal und auch vier Mal feiern brachten ihr den Himmel auf Erden. Doch wo es den Himmel gibt, gibt es auch die Hölle.

 

Als sie vom Molekül des Bewusstseins hörte war sie voller Hoffnung, doch schon nach dem ersten Mal fehlten ihr die Worte. Nicht weil sie ihr entfallen waren, sondern weil es sie einfach nicht gab, auf dieser Welt. Doch ein zweites Mal geben sollte es nicht.

 

Vom Wahrsagersalbei in einen Tisch transmutiert war sie einfach nur zu tiefst verwirrt.

 

Die Nachtschatten machten sie verrückt und erschreckten sie beinahe zu Tode. Langweilig war das nicht! Doch halb blind unterm Bett verkrochen dachte sie nur „Nein Danke!“.

 

Den Narrenschwamm im Walde gepflückt, verspeist und schon verzückt, fand sie sich in einer Zauberwelt. Wunderbar und wundervoll krümmte sie sich vor lachen. War sie am Ziel angelangt, dem Ort der sie erfüllt? Doch beim dritten Besuch war alles anders und nach der Hexenjagd voll Zombiezwergen und blutsaugenden Feen, verabschiedete sich auf nimmer wiedersehen von dem einst so schönen Ort.

 

Langsam gingen ihr die Ideen aus, obwohl noch Universen vor ihr lagen. Sie resignierte, ihre Suche sei wohl vergebens.

 

Hunderte von Welten hatte sie gesehen, innen und außen. Doch keine war ihre gewesen.

 

Sie sollte wohl leer bleiben und nie erfüllt, weder innen noch außen.

 

 

 

Und wieder schleppt sie sich, vom Leben gedemütigt in die Wohnung. Es schneit und die Nase brennt.

 

Nach all den Jahren ist die Müdigkeit und die Erschöpfung wieder verflogen.

 

Sie hüpft, sie springt, sie lacht und weint.

 

Das schafft nur der Schnee, das konnte immer nur der Schnee.

 

Und doch, sie bleibt leer.